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05.06.2020 |

DEAN#4 Reinhard Külling

Interview mit Reinhard Külling

Reinhard Külling führt bei uns im Campo sämtlichen Schnitzaktivitäten durch 

Beschreibe doch kurz, wer du bist und was du aktuell machst.

Wie einer Mehrheit der Bevölkerung wurde in diesen Wochen auch mir Raum für Besinnung und Entschleunigung geschenkt. Ich blicke mit Zuversicht einer zukünftigen, «neuen Normalität» entgegen. Als selbständiger Handwerker und Schreiner fühle ich mich privilegiert, in dieser besonderen Zeit Arbeiten unter dem derzeitig gebotenen «physical distancing» zu meinen Mitmenschen oder ganz nah mit meinen Bienen oder im Garten weiterführen zu dürfen. Momentan geniesse ich mein Reifendürfen und das Erleben von sich neu eröffnenden Dimensionen in Beziehungen zwischen Menschen. Dies in Verbindung mit einer wachsenden Gelassenheit und Erfahrung, dass Liebe und Herzkraft nicht auf physische Nähe angewiesen ist…

 

Du bist ausgebildeter Möbelschreiner, Werklehrer und Kunsttherapeut. Wann und oder durch was, ist dein Interesse entstanden mit den Händen etwas zu erarbeiten? Respektive, wie ist dann die Idee des Werklehrers und der des Kunsttherapeuten daraus entstanden?

 

Intuitiv spürte ich wohl schon früh, dass «begreifen» für mich mit «greifen» zu tun hat. Dass ich meine gründliche, handwerkliche Ausbildung mit einer tiefgründigen künstlerischen erweitern durfte betrachte ich mittlerweile als Geschenk. Das war nicht von mir geplant oder «meine» Idee…; das hat sich «gefügt». Nachdem ich mich in jungen Jahren gegen vieles wehrte, saugte ich plötzlich gierig auf, was für mich nach «Nahrung» schmeckte.

 

Dass sich besonders in dieser Zeit bei manchen Menschen eine digitale Sättigung abzeichnet und sich vermehrt Wünsche nach sinnlichen Betätigungen bemerkbar machen, erfüllt mich mit Zuversicht im Hinblick auf eine Renaissance des Handwerk. Es scheint, wie wenn sich die alte Aussage, dass Handwerk einen goldenen Boden habe, in der heutigen Zeit bestätigen würde.

 

 

Verbindest du in deinem Alltag deine drei Ausbildungen heute noch?

 

Ja, in gewisser Weise erlebe ich jetzt eine Zeit, in welcher die Teile immer besser zusammenpassen und sich ergänzen wie kaum zuvor. Ich darf noch schreinern, oft und gerne für «Casa Moscia», «Campo Rasa» sowie für Privatkundschaft. In Rasa darf ich die Schnitzwerkstatt pflegen und einen Tag in der Woche arbeite ich therapeutisch mit Lehm in einem Kurhaus mit Patienten.

 

Was macht für dich, das Material Holz aus?

 

Jede Holzart und jedes Holzstück hat einen starken Eigencharakter! Dabei interessiert mich das «Gespräch» mit dem Werkstoff…; was will dieser, was will ich …? Dabei erlebe ich Überraschungen und «gewachsene» Lösungen, die niemals «ausgedacht» hätten werden können… . Besondere Faszination üben für mich auch stets die wegfallenden Späne, im Prinzip der «Ab- Fall» auf mich aus. Ohne diesen wären die letztlich sichtbaren Formen nicht möglich… . Im Grunde «opfert» sich dieser in voller Selbstlosigkeit für die letztlich sichtbare Form!   

 

Im Campo Rasa bietest du jeden Mittwoch einen Tages- Schnitzkurs an. Zusätzlich machst du im Juli und August jeweils Spazio Creativo Wochen. Was ist das Spezielle, deine Idee, dein Gedanke hinter dem Schnitzen?

 

Gerne lasse ich an dieser Stelle Teilnehmende sprechen:

 

Rückmeldungen zu den Schnitzkursen

 

 

"Bereits nach kurzer Zeit versetzen einem der Geruch des Holzes, das rhythmische Hämmern und die fliegenden Späne in eine ruhigere Welt. Der Schnitzkurs im wild-malerischen Rasa, unter Anleitung und Begleitung des einfühlsamen und kernigen Schreiners, läßt einem bei der Arbeit an seinem Werk eine Gelassenheit finden, mit welcher man gleichzeitig konzentriert und gelassen zur Sache geht. Und je länger man an seinem Stück schnitzt, hier und dort das Messer ansetzt, umso mehr wird einem gewahrt, wie man nicht nur am Holz, sondern auch das Holz am Herz wirkt. Hier wird nichts erzwungen, sondern man lernt, in ein Gespräch mit dem Material zu kommen, sich ihm vielleicht sogar mehr anzupassen, als es sich unserer Vorstellung anpassen wird. Für alle, die sich sehnen nach kreativer Ruhe, die Körper und Geist wohltut, ist dieser Kurs nur zu empfehlen."

L.&S. H.; 4.18

 

Erwartet habe ich eine Woche, in der ich meine Hände gebrauchen kann und Holz bearbeite. Was genau entstehen sollte, wusste ich im Voraus nicht. Während der Woche merkte ich, dass Schnitzen nicht nur "Holzbearbeiten" ist.

Der Kursleiter Reinhard sensibilisierte uns als Gruppe in der Raumwahrnehmung. Ich wurde beispielsweise aufmerksamer, was sich aus wölbt, was "behaltend" ist, ob es eine klare Kante braucht.

Fasziniert hat mich am Schnitz-Prozess das Suchen: Wie reagiert das Holz? Was muss noch weg, dass die Skulptur fertig(er) wirkt?

Erstaunt hat mich, dass nebst der Auseinandersetzung mit dem Holz, auch eine Auseinandersetzung mit mir selbst stattgefunden hat: Wie produkt-fokussiert bin ich? Wann verliere ich die Motivation? Wann bin ich zufrieden?

Die Rahmenbedingungen vom Kurs waren super: Eine gute Mischung von Kunst-Lernfelder-Arbeit-Genuss-Gemeinschaft-Selbstständigkeit. Auch dank Campo Rasa und einem Kursleiter, die das gekonnt ermöglichten.

F.G., 11.18

 

Das Bearbeiten des Holzes war für mich wohltuend und ich werde noch einige Zeit davon zehren können.

U.K., 10.18

 

Ich war anfangs Sommer in Rasa bei Dir im Schnitzkurs. Nun habe ich mich gerade wieder für einen Schnitzkurs anfangs Juni in Rasa angemeldet.

L.H., 12.18

 

Wir haben viel profitiert von den Tagen in Rasa, auch von den Jugendlichen – und unterdessen auch von den Eltern – kam ein sehr positives Echo.

P.B. 9.19

 

Wir dürfen auf eine erlebnisreiche und reich gesegnete Zeit zurückblicken. Durch deine Art und deine fachmännischen Ratschläge hast du uns sehr viel gegeben.

H.G.; 6.19

 

Für mich war diese Schnitzer-Woche, unter deiner Leitung, ein grossartiges und nachhallendes Erlebnis. Mit Begeisterung erzähle ich heute meinen Kollegen, Freunden und Verwandten von dieser schöpferischen Erfahrung. Mein gestaltetes Feuer hat noch nicht den geeigneten Standort in meiner Wohnung gefunden aber erfreut mich jeden Tag aufs Neue beim Betrachten. Ich danke dir nochmals für deine feinfühlende und achtsame Begleitung in der vergangenen Kurswoche.

Deine gewährten Freiheiten in der persönlichen Gestaltung des Materials wurden zur Herausforderung und letztliche zum nötigen inneren Feuer und brennenden Begeisterung. Es könnte gut sein, dass wir uns im nächsten Jahr wieder treffen mit einem neuen Projekt.

K.W; 8.19

 

War eine tolle und erholsame Woche, ich fühle mich total relaxed.

R.L., 8.19

 

 

Kann jeder Mann/ Frau/ Kind deine Schnitzkurse besuchen?

Ja, ich biete lediglich den «Raum» und betrachte mich im Grunde als «Hilfsarbeiter» für die darin Wirkenden und freue mich an deren Kreationen, die oft nie so hätten vorgegeben werden können. Jeder ist «Profi und Anfänger» gleichzeitig.

https://www.camporasa.ch/kurse-rasa/

 

Was bietest du für Handwerkliche Dienstleistungen an

 

Gerne begleite, unterstütze ich und führe wo möglich selbst oder in Zusammenarbeit mit meinen Klienten oder mit meinen Partnerbetrieben aus:

 

Hausbau, Hausumbau, Möbel- und Küchenbau.

 

Wenn jemand deine Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, wie kann er dich am besten erreichen?

Ich freue mich über Anruf, an Geschriebenem und an Begegnung:

 

Reinhard Külling

Portapila 20

6655 Intragna

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www.portapila.ch

091/ 780 71 78

076/ 545 97 11

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